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Heartstopper

Rezension von Rian
Idee
Alice Oseman,
Euros Lyn
Jahr
2022
Genre
Coming of age
Schauspieler
Joe Locke,
Kit Connor
Land
GB
Verleih/Dienst
Netflix
Episoden/Staffeln
24 / 3

Charlie ist ein ruhiger, sensibler Teenager, der in seiner Schule bereits als offen schwul gilt – und damit nicht immer leichte Zeiten hatte. Als er in der Schule neben dem beliebten Rugbyspieler Nick zu sitzen kommt, ahnt er nicht, dass diese zufällige Sitznachbarschaft sein Leben verändern wird. Zwischen den beiden entwickelt sich zunächst eine Freundschaft, aus der langsam, zögerlich und wunderschön etwas mehr wird. Nick, der bis dahin nicht offen mit seiner eigenen Sexualität umgegangen ist, beginnt sich selbst neu zu entdecken – und findet in Charlie nicht nur einen Freund, sondern auch den Mut, er selbst zu sein.

Die Serie begleitet die beiden über drei Staffeln hinweg: vom ersten scheuen Verliebtsein über das Coming-out bis hin zu den Herausforderungen einer festen Beziehung – Fernbeziehung eingeschlossen. Dabei wird der Ton mit jeder Staffel etwas ernster: Themen wie psychische Gesundheit, Essstörungen und schwierige Familienverhältnisse finden ihren Platz, ohne den warmherzigen Grundton der Serie zu verlieren.

Heartstopper basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von Alice Oseman – und das merkt man auf die schönste Art: Kleine Animationen, die zwischen den Szenen aufblitzen, erinnern daran, dass diese Geschichte ursprünglich als Visual Story erzählt wurde, und verleihen der Serie eine ganz eigene, verspielte Handschrift.

Was die Serie so besonders macht, ist vor allem die Beziehung zwischen Nick und Charlie. Nick steht zu Charlie – immer, bedingungslos und liebevoll – und das spürt man in jeder Szene. Kit Connor und Joe Locke setzen das mit einer Natürlichkeit und Wärme um, die man selten sieht. Es ist eine Liebe, die nicht erklärt werden muss, weil sie einfach da ist.

Ebenso überzeugend ist der Freundeskreis rund um die beiden: Tao und Elle, deren eigene zarte Romanze sich über mehrere Staffeln entfaltet; das unerschrockene und lebenslustige Paar Darcy und Tara; und der nachdenkliche Isaac, der auf seine eigene stille Weise einen wichtigen Platz in der Gruppe einnimmt. Jede Figur hat ihren ganz eigenen Reiz, und gemeinsam ergeben sie ein Bild queerer Jugend, das so vielfältig wie liebevoll gezeichnet ist.

Dass die Serie dabei auf explizite Szenen verzichtet, ist keine Schwäche – im Gegenteil. Die Zurückhaltung ist bewusst und passend, und trotzdem (oder gerade deswegen) ist die Liebe zwischen den Figuren in jeder Sekunde spürbar. Für die Zielgruppe ist das genau der richtige Ton, aber auch als erwachsener Zuschauer lässt man sich davon gerne einnehmen.

Das Ende der dritten Staffel, das Nick und Charlie getrennt an verschiedenen Universitäten zeigt, hinterlässt ein leicht unbefriedigtes Gefühl – aber eben auch die Hoffnung, dass da noch mehr kommen wird. Und man will mehr.

Heartstopper ist eine der wärmsten, ehrlichsten und schönsten queeren Serien der letzten Jahre. Eine uneingeschränkte Empfehlung.

Humor
Emotion
Anspruch
Action
Spannung
Erotik

    Bewertung

    Handlung
    5.0 von 5.0
    Visuell
    5.0 von 5.0
    Schauspiel
    5.0 von 5.0
    Dialoge
    4.5 von 5.0
    Gesamt
    5.0 von 5.0
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