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FSME – zEck nicht rum….
Die Zahl der männlichen und allein im Auto sitzenden Autofahrer rund um den Wald am Degerlocher Fernsehturm und der Klappe dort nimmt mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings sprunghaft zu, egal um welche Uhrzeit. Und auch am Hölzer See, am See in Kirchentellinsfurt und anderen Orten in Baden-Württemberg steigt die Besucherzahl an „einschlägigen“ Orten.
Sicher: Sex in der Natur hat seinen Reiz – aber auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko, denn mit einem vermeintlich ungefährlichen Zeckenbiss ist meist nicht nur der Spaß plötzlich vorbei. Es droht zusätzlich die Infektion mit der FSME, der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis.
Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch das FSME-Virus ausgelöst wird. Das Virus wird durch Zeckenbisse übertragen. Bis zu 600 Erkrankungen gibt es jährlich in Deutschland, und über 90 % infizieren sich bei Aktivitäten jeglicher Art in der Natur.
Eine FSME ist im typischen Fall durch einen Krankheitsverlauf in zwei Phasen gekennzeichnet:
- Die ersten Anzeichen zeigen sich nach den ersten Tagen bis zu vier Wochen nach dem Zeckenbiss und dauern rund eine Woche. Der Betroffene hat grippeähnliche Symptome wie Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit, Übelkeit mit Bauchschmerzen und Durchfall, Kopf- Glieder- und Muskelschmerzen.
- Bei rund 10 % der infizierten Personen befällt das Virus nach einem Intervall in einer zweiten Phase auch das Nervensystem und die Betroffenen müssen mit Spätfolgen rechnen: Von chronischen leichten Kopf- und Muskelschmerzen, Durchfall, Fieber und chronischen Konzentrationsstörungen bis hin zu schwersten Psychosen, dauerhaften Lähmungserscheinungen, Krampfanfällen und auch dem Tod durch Lähmung des Atemzentrums im Rückenmarksgewebe können neurologische Störungen auftreten.
FSME tritt nur in bestimmten Gebieten auf. In der Bundesrepublik zählen dazu rund 100 Landkreise und Städte. Fast 90 % aller Erkrankungen treten aber in Baden-Württemberg und Bayern auf, insbesondere im Bayerischen Wald, im Gebiet zwischen Stuttgart und dem gesamten Schwarzwald und im Bodenseeraum infizieren sich überdurchschnittlich viele. Im hessischen Odenwald kommt es ebenfalls zu einer Anhäufung von Infektionen.
FSME wird fast immer durch Zeckenbisse auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ausgeschlossen. Zecken sind Parasiten, die sich vom Blut eines Wirtes ernähren. Sie halten sich im Gestrüpp bis zu anderthalb Meter Höhe auf. Die Krankheit betrifft also sicher nicht nur Landwirte und Förster, sondern alle Menschen, die mit leichter (oder eben fast keiner) Bekleidung im Wald oder auf Wiesen und Feldern unterwegs sind. Zecken werden bei Temperaturen ab 10 Grad aktiv, in unseren Breitengraden ab April bis Oktober.
Nach Ausbruch der Krankheit ist eine Therapie sehr schwierig. Lediglich allgemeine Ruhe und Schonung wird empfohlen. Beim Auftreten von neurologischen Störungen ist eine Unterbringung in einer Klinik unumgänglich, oft müssen die Betroffenen dann auch auf die Intensivstation verlegt werden. Manche Betroffenen müssen dann lebenslang krampflösende und beruhigende Medikamente oder gar Psychopharmaka einnehmen.
Gerade Erwachsene erkranken leichter und schwerer an einer FSME-Infektion als Kinder. Die Heilungschancen sind wesentlich schlechter, je höher das Lebensalter ist.
Es gibt keine spezielle Therapie für FSME. Unerlässlich sind deshalb vorbeugende Schutzmassnahmen vor Zeckenbissen und noch besser – die Schutzimpfung! Das sicherste Mittel ist die vorbeugende aktive Impfung, insbesondere dann, wenn man in virusverseuchten Gebieten wohnt oder dorthin reist.
Man sollte sich auch vor Zeckenbissen entsprechend schützen:
Die dichtschliessende Kleidung sei hier wenigstens der Vollständigkeit wegen aufgeführt. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der Körper auf Zeckenbefall untersucht werden. Wichtig dabei ist aber, dass die FSME-Erreger in den Speicheldrüsen der Zecken sind und beim ersten Biss übertragen werden. Die sofortige Entfernung einer Zecke schützt daher nicht vor FSME, das Risiko kann aber zumindest reduziert werden, wenn man rasch handelt.
Es gibt eine passive Impfung gegen FSME, die die Erreger auch nach dem Biss abfangen kann. Sie muss möglichst frühzeitig, spätestens jedoch innerhalb von vier Tagen nach dem Zeckenbiss gespritzt werden.
Die
KrankenSchwester wünscht allen Naturliebhabern, so oder auch so, viel Spaß im Sommer. Aber bitte: Schutzimpfung für FSME beim nächsten Hausarzt-Besuch abklären!!
Kategorie: Krankenschwester