Die älteste bekannte Bearbeitung ist vom 2007-01-17 21:51:00 von DerRian []
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„Fett ist kein Dickmacher“ – Abnehmen mit System


Wer selbst übergewichtig ist, hört recht oft von schlankeren und schlanken Mitmenschen, dass man doch einfach abnehmen soll: „Do musch hald weniger essa“, oder ähnlich wohlgemeinte Ratschläge bekommt man dann zu hören. Bei solchen Aussagen schalten wir Übergewichtigen (ja, eure Krankenschwester gehört auch dazu!) auf Durchzug, oder schlagen aus Frust beim nächsten Essen erst recht zu.

Wenn da aber einer sagt, dass Abnehmen mit einigen Leitsätzen, dem guten Willen aber auch ohne schmerzlichen Verzicht geht, hört man schon mal genauer hin. Zunächst noch recht ungläubig. Aber wenn man dann erfährt, dass das einer sagt, der selbst über 40 Kilogramm nach dieser Methode abgenommen hat und seither sein Gewicht auch hält – dann packt einen doch die Neugier und die Hoffnung ist geweckt, dauerhaft und gesund Übergewicht reduzieren zu können.

Der Mann, der das so geschafft hat, ist Rainer Kiebler. Der 37jährige Krankenpfleger und naturheilkundliche Fachpfleger stellte sich gern für schwulst zu einem Gespräch zur Verfügung und ich als Krankenschwester durfte einen kleinen Einblick in diese bemerkenswerte Art der Gewichtsreduktion erhalten.

Erst einmal stellt sich ja die Frage, warum ein Mensch starkes Übergewicht hat. Oftmals, so Rainer, ist es die Folge von übermäßigem Essen, quasi eine Art von Ersatzbefriedigung für Unausgeglichenheit. Das kann ein familiäres oder Beziehungs-Problem sein, ein unausgeglichenes Sexualleben oder auch Schwierigkeiten im Beruf. Man frisst sich eben regelrecht einen psychischen „Schutz-Panzer“ an.
Interessant ist die These von Rainer, dass dicke, übergewichtige Menschen nicht automatisch hässlich sind. Auch Dicke können sehr schön und attraktiv wirken, aber häufig strahlen eben Übergewichtige die Ursache der großen Körpermasse auch negativ nach außen hin aus. Nur deshalb finden Dicke oftmals, dass vermeintlich Jeder und Jede sie hässlich, unattraktiv und ungeliebt findet.

Wenn jemand solch eine Diät durchführen will, dann sollte er sich zunächst darüber klar werden, ob er auch wirklich und dauerhaft das Gewicht reduzieren möchte. Nur wer den Willen hat, abzunehmen und die Ernährung auch umzustellen, soll sich solch einer Therapie unterziehen. Wichtig ist dann, sich ein Fernziel zu setzen. Mit brachialer Gewalt zwei Wochen vor dem Urlaub noch abzunehmen, um dann in den sexy Tanga zu passen, muss einfach schief gehen und endet mit Frust und Enttäuschung. Aber eine deutlich kleinere Konfektionsgröße in einem Zeitraum von einigen Jahren zu erreichen, ist durchaus ein realistisches Ziel.

Rainer stellte sich die folgenden Regeln auf, an denen sich die Gewichtsabnahme orientieren soll und er selbst trotzdem Spaß daran haben kann:
  • nie wieder Hunger
  • alles essen, was mir schmeckt
  • aufhören mit essen, wenn ich satt bin
  • jeden Morgen Frühstück einnehmen
  • keine Süßigkeiten mehr kaufen
  • nach Möglichkeit alles selbst kochen bzw. backen
  • in allen Rezepten die Zuckerangabe halbieren
  • weißen Zucker meiden
  • keine Diätprodukte essen

Es klingt nachvollziehbar, wenn Rainer dann berichtet, wie die ersten Pfunde purzeln: Statt Spezi gibt es ein Orangenschorle, statt vier Stück weißen Würfelzucker gibt es eben braunen Kandis in den Tee, und die Schokoladentafel bleibt im Supermarkt und wandert nicht über den Kühlschrank in den Bauch.
Wichtig war ihm auch, bewusst zu akzeptieren, dass ein Teller nicht immer leer gegessen werden muss. „Wir sind Kinder einer Nachkriegsgeneration. Diese wurden groß mit der Angst, morgen vielleicht auch nichts auf den Tisch zu bekommen. Wir brauchen diese Angst nicht zu haben und dürfen auch einmal den Teller nicht völlig geleert zurückgeben“, so Rainer Kiebler. „Und bitte das regelmäßige Frühstück nicht vergessen!“, berichtet er weiter. Wer immer frühstückt, hat einen regelmäßigeren Essensrhythmus und ernährt sich insgesamt gesünder. Da gibt es eben dann um halb elf keinen Heißhunger und man stopft sich nicht blind Essbares in den Mund. So kann der Tag gut anfangen.

Grundsätzlich sollte man Essen nicht nur als Nahrungsaufnahme begreifen, die irgendwie irgendwo irgendwann nebenher abläuft, sondern als Genuss und Bedürfnisbefriedigung, die ihre eigene Zeit und Umgebung benötigt. Wer beim Autofahren, während des spannenden Krimis im Fernsehen oder zwischen zwei Besprechungen mal kurz etwas „reinschiebt“, darf sich nicht wundern, wenn er dies als belastend und ungesund empfindet und dies zu allem Überfluss auch noch so wirkt.

Unbedingt vermeiden wollte Rainer den bei allen Diäten gefürchteten Jojo-Effekt. Daher ging er die ganze Sache langsam an und legte Pausen ein. Es geht eben nicht darum, SCHNELL an Gewicht zu verlieren, sondern DAUERHAFT.

Mit der Zeit konnte Rainer auch seine Koch- und Backkünste verfeinern. Der selbst gebackene Kuchen, das Brot aus eigener Herstellung und frisch gekochtes Essen schmecken und riechen nicht nur besser, sondern sind oftmals auch gesünder.

„Bei weiter sinkendem Gewicht fällt es dann auch leichter, sich zu bewegen“, so erzählt Rainer weiter von seinen Erfahrungen. So begann Rainer mit sportlichen Aktivitäten und konnte bestehende Gelenkbeschwerden reduzieren und seine Kondition stärken. Mittlerweile wurde aus Rainer eine wahre Sportskanone, die sogar die Trainerberechtigung für Nordic Walking hat.

Im Verlauf seiner Anstrengungen stellte Rainer seine Ernährung nochmals um. Mittlerweile ist er Verfechter der Logi-Methode, einer Ernährungsweise, die so weit wie möglich auf den sonst üblichen, übermäßigen Konsum von Kohlenhydraten verzichtet. „Bis vor rund 8500 Jahren hat sich der Mensch nur von Fett und Eiweiß ernährt, und es gab da sicher wenig Übergewichtige“, referiert Rainer. Kohlenhydrate, also die ach so guten Beilagen wie Kartoffeln und Nudeln haben Stoffe enthalten, die süchtig machen können. „Gerade das sind die eigentlichen Dickmacher und nicht das so oft gescholtene Fett in der Nahrung“.
Mit weniger Kohlenhydraten hat man mehr Kraft und Substanz, der Körperbau verändert sich aber und man wirkt deutlich schlanker.
Mit dieser Methode hält Rainer seither sein Gewicht konstant.

Zusammengefasst vertritt Rainer Kiebler die Auffassung, dass mit einer Umstellung der Ernährung, Bewegung und dem Willen zur dauerhaften Gewichtsreduktion auch wirklich und dauerhaft Gewicht verloren werden kann.

Wie aber kann jeder Einzelne das schaffen? Gibt es hier Starthilfen und Informationen für Neugierige?
Rainer versteht es, die Wirkungsweise dieser Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion logisch und verständlich zu erklären. Mittlerweile können bei ihm auch Kurse und Gruppen besucht werden. Auch eine Einzelberatung ist möglich.

Infos über Rainer Kiebler und seine Erfahrungen, die er gerne mit Interessierten teilt, gibt es auf www.rkiebler.de

Wer sich für die Ernährung nach der Logi-Methode interessiert, hier noch Buchtipps:
„Ein Mammut auf dem Teller“, oder „Glücklich und Schlank mit der Logi-Methode“ – beide Bücher sind im Systemed-Verlag erschienen, Autor ist Nicolai Worm.


Zum Beweis, dass das Essen unter Berücksichtigung von Rainers Leitsätzen wirklich auch gut ist, waren wir zum Essen eingeladen. Es gab leckeren Fisch. Sehr bewusst und in angenehmer Atmosphäre haben wir es uns schmecken lassen. Hier das sehr gute Rezept für Euch zum Nachkochen:

FISCHOMELETTE
(für 4 Personen)

4 Dosen Thunfisch in Öl mit 7 Eiern und einer kleingeschnittenen, großen Zwiebel vermengen (ohne Salz, der Fisch ist schon genug gesalzen!) und mit Pfeffer abschmecken. Dann in der Pfanne backen wie Eierkuchen. Dazu passt hervorragend gebratener weisser Rettich und Rohkostsalat. Den weissen Rettich in Scheiben schneiden und wie Bratkartoffeln braten, dazu recht viel Fett benutzen. Rohkostsalat ist lecker mit einem Zitronendressing, also statt Essig einfach eine ganze Zitrone auspressen und den Saft verwenden. Dann salzen, pfeffern, Senf und ein bisschen Honig beimischen, zum Schluss noch ein hochwertiges Oliven- oder Nussöl dazu - Fertig ist ein sehr leckeres Gericht!!


Rubrik: KrankenSchwester